
Ars Musica unterbricht die Sommerpause und Jette spielt ein Konzert bei 36 Grad.
Deutsche Indie-Pop- / Folksongs auf der Bühne von Ars Musica. Mit Songs wie „Was wiegt dein Wort?“, „Zeit, zu träumen“, „Underdog“ und „Falscher Ort, Falsche Zeit“ lässt Jette die heißen Temperaturen fast vergessen und das Wasser läuft ihr über den Rücken und den Gästen aus den Augen. Intim, persönlich und emotional präsentiert sich die Sängerin auf der Bühne. Sie erzählt Geschichten aus ihrem Leben, nimmt ihre Gäste mit in ihre Gedankenwelt. Liebe, Philosophie, Politik, Weltgeschehen, Zwischenmenschlichkeit – all diese Themen werden behandelt. Eingeleitet mit Geschichten oder Gedichten, mal offen und intim, mal subtil und kryptisch.
Mit Songbooks und Fächern bleibt das Publikum bei Laune. Mit der einen Hand wird wild gewedelt, das Make-Up läuft über die Wangen, mit der anderen Hand wird geblättert, alle singen mit. Die Gäste werden mit Fächern und Songbooks überrascht, denn hier wird nicht allein gesungen. Der persönliche Kontakt und die Verbindung zu den Gästen ist Jette besonders wichtig. Deshalb waren fast alle Besucher*innen geladen, denn Jette stellte ein neues Programm vor.
„Falsche Zeit, Falscher Ort“
Zwei mal 40 Minuten: Eigene und Coversongs von Musiker*innen wie Alli Neumann und Faber zieren das Programm. Jettes neuesten Song „Falsche Zeit, Falscher Ort“, leitet sie ein mit einem lyrischen Text und nimmt sich selbst auf den Arm. „Ich bin ein Millenial wie sie im Buche steht“, erklärt sie beschämt und taucht ein in die Welt der 90er Jahre, in der sich gefangen fühlt.
Lollyschnuller am Finger und Ahoi Brause trinken ...
„Wir fuhren in die Videothek
Schauten Thelma und Louise auf DVD
Mein Haustelefon hing an der Wand
Mit einer Schnur mindestens 10 Meter lang
So flirteten wir 3 Stunden in die Nacht hinein
Bei Abwasch in der Küche und einem Tetrapak Wein
Hörte 3T auf meinem Discman in Schleife
Suchte Heike Makatsch in den Gelben Seiten
Meine Candy Kette hing in meinen Mundwinkeln
Lollyschnuller am Finger und Ahoi Brause trinken ...“
It is that deep!
In „Underdog“ bekommt jeder Mann eine Zeile, den sie in ihren zehn Jahren Single-Dasein getroffen hat, bis eben ... der Underdog in ihr Leben trat.
Es wird aber auch emotional. Denn auch Wunden aus der Vergangenheit werden verarbeitet in „Was wiegt dein Wort?“ oder „Kein Zurück“. Es wird philosophiert über die Erkenntnis, dass es nicht immer ein Wiedersehen gibt, auch wenn die Erinnerungen nicht gelöscht werden wollen. Aber auch Jettes Wurzeln, die erste musikalische Liebe, der American und Irish Folk bekommen eine Bühne. It is that deep!
Von Alli Neumann singt sie „Banditen“ und „Seltsame Welt“, von Faber covert sie „Lass mich nicht los“, in einem kleinen Medley.
Am Ende haben alle zusammen gesungen. Der Abend hätte runder nicht sein können. Das Sommergewitter kam im passenden Moment. Die Abkühlung machte die Köpfe klar und die Prosa des Alltags übernahm wieder.

